Home >



Hermann Sudermann

Lebensbeschreibung

Der Literaturhistoriker Paul Fechter nannte Hermann Sudermann den "Balzac des deutschen Ostens", den "Gestalter eines phantastischen, rauschhaften unwirklichen Lebens, das um die Menschen zwischen Weichsel und Memel, um die Gestalten der ganzen deutschen Ostwelt gewesen war"

 

Hermann Sudermann wurde geboren am 30. September 1857 auf dem Gut Matziken im Memellande als ältester Sohn des Brauereipächters Johann Sudermann und seiner Frau Dorothea, geborene Raabe. Die Familie des Vaters entstammte holländischen Mennoniten, die ihres Glaubens halber nach dem Weichseldelta ausgewandert waren und dort auf bäuerlichen Höfen saßen. Die Vorfahren der Mutter — Seemänner, Kantoren und Ärzte — waren von jeher im Lande ansässig gewesen.
Trotz gedrückter wirtschaftlicher Verhältnisse im elterlichen Heimwesen, das später als Eigenbesitz nach dem nahen Kreisort Heydekrug verlegt worden war, konnte Hermann Sudermann zuerst das Realgymnasium in Elbing und nach kurzer Zwischenzeit — als Apothekerlehrling in der Heimat — das Realgymnasium in Tilsit besuchen. 1875 machte er sein Abitur und bezog als Student der Philologie die Königsberger Universität. 1877 übersiedelte er, um seine Studien fortzusetzen, nach Berlin, konnte aber hier vorerst nicht festen Fuß fassen. Nach ziellosen Monaten in der Heimat ging er auf ein freundliches Hilfsanerbieten Hans Hopfens hin noch einmal nach Berlin. Als Hauslehrer, aber ohne festen Erwerb, leidenschaftlich hingegeben an die ersten epischen Versuche und, soweit Kraft und Zeit reichten, auch das Universitätsstudium wieder aufnehmend, lebte er die folgenden Jahre durch. Der Führer der liberalen Sezession im preußischen Abgeordnetenhause, Ricken, lenkte sein Lebensschiff in das politisch-journalistische Fahrwasser. Er wurde erst Mitarbeiter der Liberalen Korrespondenz, des Parteiorgans der Sezession, dann Leiter des volkstümlichen „Deutschen Reichsblattes", das 1881 von Rickert gegründet worden war, und ging zwei Jahre später als unpolitischer Mitarbeiter zum „Reichsfreund" über, der nach dem Muster des „Reichsblattes" von der Fortschrittspartei ins Leben gerufen wurde. In diesen Blättern erschienen seine ersten Arbeiten — Erzählungen, von denen jedoch keine in das spätere Werk Aufnahme fand. Seine erste Buchveröffentlichung wurden die „Zwielicht"-Geschichten 1887. Es folgen „Frau Sorge" und die „Geschwister", und 1889 mit einem Bühnenerfolg, der ihm Weltruf brachte und ihn wirtschaftlich sicherte, „Die Ehre".
Von nun an bezeichnet die Tafel seiner Werke den Gang seines Lebens.
Im Jahre 1891 heiratete Sudermann die Schriftstellerin Cläre Lauckner, Tochter des Bürgermeisters Schulz in Bartenstein (Ostpreu­ßen), Witwe des Wasserbaudirektors Lauckner. Zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe, ein Sohn und eine Tochter, wuchsen im Sudermannschen Hause auf. Der Sohn ist unter seinem Namen Rolf Lauckner als Dramatiker bekannt geworden. Sudermanns eigner Ehe entsproß eine einzige Tochter, Hede mit Namen. Sie heiratete gegen Ende des Krieges den damaligen Hauptmann im Kriegsministerium Frentz, der als Lyriker und Romandichter Talent und Können bewiesen hat.
Seit dem Jahre 1896 nahm Sudermann seinen dauernden Aufenthalt in Berlin. Gegen Ende des Jahrhunderts erwarb er den Landsitz Blankensee in der Mark, nicht weit von Trebbin. Den Sommer verlebte er überwiegend hier in dem schönen Herrenhaus, inmitten des weiten, alten Parkes. Für den Winter siedelte er sich zehn Jahre später in der Kolonie Grunewald an. Reisen führten ihn häufig nach Paris und dem Süden, auch Ägypten und Indien suchte er auf. Mit Italiens Kunstwerken aus der Antike, der Hochrenaissance und dem Barock schmückte er sein Heim in Berlin, Park und Haus in Blankensee. Als zeitweiliger Vorsitzender des „Vereins Berliner Presse" und des „Goethebundes", dessen Gründer er war, als Vorstandsmitglied des „Verbandes der Bühnenschriftsteller" und des „Verbandes deutscher Erzähler" trat er mit Rat und Tat für die Interessen, die Würde und das Ansehen des freien Schriftstellerberufes ein. Der Krieg rief ihn stärker noch als Organisator zur Pflege des geistigen Lebens seines Volkes auf den Plan.
Im Jahre 1924 starb ihm die Lebensgefährtin, mit der er durch 33 Jahre in glücklichster Geistesgemeinschaft verbunden war.
Vier weitere arbeitsreiche Jahre später — am 21. November des Jahres 1928 — schloß auch er seine Augen.



Das Werk Hermann Sudermanns

Hermann Sudermann - Das Bilderbuch meiner Jugend 
   In den WarenkorbWarenkorbZu Favoriten hinzufügen

Hermann Sudermann, der am 30. September 1857 in Matzicken bei Heydekrug in Ostpreußen geboren wurde, schildert in seinem farbenfrohen Erinnerungsbuch die glücklichen, aber entbehrungsreichen Jahre seiner Kindheit und Jugendzeit. 1922 erstmals erschienen, erzählt Sudermann, der um 1900 der meistgespielte Dramatiker Deutschlands war, von seinen frühen Jahren im ostpreußisch-litauischen Grenzgebiet. Der Leser gerät in den Bann der einzigartigen Erzählkunst Sudermanns, der Menschen und ihre Schicksale so lebendig beschreiben und den Zauber der Landschaft seiner memelländischen Heimat so eindrucksvoll wiedergeben konnte.

Vielleicht das schönste ostpreußische Erinnerungsbuch: nostalgisch, humorvoll, lebensprall. Ein literarisches Denkmal der unvergessenen alten deutschen Provinz Ostpreußen.

Der Literaturhistoriker Paul Fechter nannte Hermann Sudermann den "Balzac des deutschen Ostens", den "Gestalter eines phantastischen, rauschhaften unwirklichen Lebens, das um die Menschen zwischen Weichsel und Memel, um die Gestalten der ganzen deutschen Ostwelt gewesen war".



Hermann Sudermann - Der Katzensteg 
   In den WarenkorbWarenkorbZu Favoriten hinzufügen
Roman

Preußen steht im Krieg mit den Truppen Napoleon, der Deutschland besetzt hält. Das deutsche Volk ist gespalten in Anhänger Bonapartes und erbitterte Gegner der Franzosen. Auch der junge Graf Boleslav von Schranden verläßt voller Zorn das Haus seines bonapartistisch gesinnten Vaters. Er schließt sich unter falschem Namen der preußischen Landwehr im Befreiungskrieg gegen Napoleon an. Sein Vater zwingt indes seine Dienstmagd Regine, eine Truppe franzsösischer Soldaten heimlich über den Katzensteg zu führen, damit sie einer Gruppe preußischer Soldaten in den Rücken fallen können. Mit dieser Tat macht sich der alte Graf Schranden alle Bewohner der Umgebung zu Feinden. Sein Sohn dagegen wird als Kriegsheld gefeiert, weil er maßgeblich zu Niederlage und Rückzug der Franzosen beigetragen hat. Als der Krieg vorüber ist, kehrt der junge Graf Schranden nach Hause zurück, um seinen Vater zu beerdigen, der auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Doch niemand will ihm helfen, nicht einmal der Pfarrer. Als Boleslav die Bestattung seines Vaters erzwingt, schmieden haßerfüllte Dorfbewohner ein Komplott gegen ihn. Nur die Magd Regine steht ihm bei.
Ein großartig und packend erzähltes dramatisches Panorama ostpreußischer Geschichte erschließt sich dem Leser.
276 Seiten, gebunden, Hardcover

Für weitere Produktinformationen hier klicken


Die Reise nach Tilsit  
   In den WarenkorbWarenkorbZu Favoriten hinzufügen

und andere Geschichten

Der Ostpreuße Sudermann gilt als der "Balzac des Ostens". Seine Geschichten spielen zwischen Haff und Heide und handeln vom Schicksal der kleinen Leute.
192 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag


ShopFactory (TM). Click Here.