Albrecht Rothacher, Die Feldgrauen. Leben, Kämpfen und Sterben an der Westfront 1914-1918

720 Seiten (mit über 100 Bildern vom Frontalltag im Text) + 16 Bilderseiten

ISBN 978-3-938176-43-6

Eine Neuerscheinung!

14 Millionen Mann dienten während des Ersten Weltkrieges im kaiserlichen Heer. Zwei Millionen deutsche Soldaten fielen. Das vorliegende Buch stellt ihr Leben, Leiden, Kämpfen und Sterben an der Westfront in den Mittelpunkt. Es ist die Darstellung einer „Kriegsgeschichte von unten“, die die millionenfach gemachten Erfahrungen unserer Vorväter, ihr vaterländisches Pflichtverständnis, ihre soldatische Haltung und ihre Opferbereitschaft verständlicher macht. Feldpostbriefe, Kompanietagebücher, Kriegsstammrollen, Regimentsgeschichten und unveröffentlichte Erinnerungen wurden ausgewertet und so der Weg einer einzelnen süddeutschen Infanteriekompanie und individueller Soldaten durch die halbjährlich stattfindenden schweren Schlachten nachgezeichnet. Aus dem Blickwinkel des einfachen Landsers erfährt der Leser hautnah die siegessichere Euphorie während des anfänglichen Bewegungskrieges, dann die mörderische Grausamkeit des Grabenkrieges und der Schlachten um den Argonnerwald, Ypern, Verdun, die Somme, die verlustreichen Kämpfe der Michaels-Offensive, die demoralisierenden Rückzugsgefechte zur Maas – und schließlich den Rückmarsch der Besiegten in die Heimat bis zur Demobilisierung. Dabei werden die Lebensumstände und die persönlichsten Empfindungen der „Feldgrauen“ in den Gräben und ihrem Hinterland geschildert: Versorgungslage, Unterbringung, Hygiene, der Griff zum Alkohol, das Erleben von Kameradschaft und Natur, Todeserwartungen, Trauer und religiöser Glaube, die Diskussionen über den Sinn des Krieges und der Kriegsführung, erlittene Kriegsverbrechen, das Leiden in Lazaretten, die Kampferfahrungen und Führungsprobleme, die Lust zum Beutemachen, die Entfremdung von der Etappe und der Militärhierarchie, Fraternisierungen, Fahnenfluchten sowie schließlich die allgemeine Erschöpfung, die Unterversorgung und das permanente Ausbluten der Truppe.

Dr. Albrecht Rothacher ist es gelungen, anhand der Rekonstruktion dreier Einzelschicksale ein vielschichtiges Panorama des Kriegsgeschehens an der Westfront zu zeichnen, das das Leiden der Frontsoldaten auf intensive Weise nachempfindbar werden läßt und es zugleich einbettet in den taktischen und strategischen Zusammenhang der jeweiligen militärischen Gesamtlage.

So entstand ein in der deutschen Geschichtsschreibung wohl einzigartiges Werk, das – empiriegeleitet und der realistischen Schule verpflichtet – geeignet ist, die Selbstzerstörung Europas als Zivilisationsmacht auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges anschaulich zu machen und zugleich der heutigen zeitgeistkonformen Denunzierung und Kriminalisierung jener Soldaten entgegenzuwirken, die selbst Opfer wurden: verraten und verkauft von der damaligen politischen Führung, verheizt von der Obersten Heeresleitung. „Die Feldgrauen“ ist ein Anti-Kriegsbuch, das den Soldaten des Ersten Weltkrieges die verdiente Achtung und Ehre erweist.

Vorwort

Kapitel 1

Das Leben, Kämpfen und Sterben an der Westfront als eine „Geschichte von unten"

- Unterbringung im Feld und „in Ruhe"

- Verpflegung

- Alkohol

- Hygiene

- Lebensverhältnisse und Kameradschaft

- Informationsmangel

- Naturerleben

- Vertreibungen

- Kampferfahrungen

- Offiziersmangel und Führungsprobleme

- Todeserwartungen

- Trauer

- Religiosität

- Zum Sinn des Krieges

- Krieg ohne Hass

- Kriegsverbrechen, Kriegsgefangene

- Kriegsbeute

- Kritik an der Kriegsführung

- Psychische Folgen

- Die Militärhierachie

- Fraternisierungen

- Fahnenfluchten

- Das Ende

 

Kapitel 2

Regimentsmelder und Fussartilleristen

- Ernst Thälmann

- Adolf Hitler

- Reinhold Maier

 

Kapitel 3

Tötungswahrscheinlichkeiten und Überlebenschancen: Eine Infanteriekompanie in der Kriegsstatistik

 

Kapitel 4

Eine „durchschnittliche" Eliteeinheit: Die 5. Kompanie des Infanterieregiments 124 an der Westfront

- Die Mobilisierung

- Der Bewegungskrieg

- Die Kämpfe im Argonnerwald

- Kämpfe vor Ypern I

- Die Somme-Schlacht I

- Ypern II

- In der Somme II

- Ypern III

- Grenzschutz an der niederländischen Grenze

- Ypern IV

- Ruhe im Elsaß

- An der Somme III

- Einsatz vor Verdun

- Rückzugskämpfe an der Maas

- Der Rückmarsch in die Heimat

- Im roten Weingarten

 

Kapitel 5

Der Kompaniefeldwebel und zwei Unteroffiziere: Die Brüder Rothacher in der 5./124

 

Kapitel 6

Der Kanonier Rudolf Umbreit vor Verdun und an der Somme

- Das Reserve-Feldartillerieregiment 22 von der Mobilmachung bis Verdun

- Die Kriegserinnerungen Umbreits vor Verdun und an der Somme

- Das Reserve-Feldartillerie Regiment 22 von der Somme bis zum Kriegsende

 

Kapitel 7

Der Musketier Wilhelm Hansen im Infanterieregiment 95

 

Kapitel 8

Im Lazarett

 

Kapitel 9

Fahrten in eine kaltgewordene Hölle

Annex: Chronologie des Verlaufs des Weltkrieges